Ein Fahrradgipfel -Die Radfahrer und das Saarland

Derzeit findet in Saarbrücken die diesjährige Reisemesse statt, auf der offenbar jede Menge Elektrofahrräder angeboten werden, auf der aber auch der so genannte Fahrradgipfel der Landesregierung stattfand.

Hintergrund ist die beschämende, aber erklärbare Tatsache, dass hierzulande der Fahrradanteil an öffentlichen Verkehr nur 2% beträgt, in andern Bundesländern dagegen bis zu 10%. Da wird dann immer wieder angeführt, dieses Bundesland sei „Autoland“, was wohl stimmt, denn umgekehrt ist die Zahl der konventionellen Kfzs hier höher als in jedem andern Bundesland. Und die Begeisterung für das SUV ebenfalls.

Dies kann man diagnostizieren, kritisieren oder zustimmen, doch bleibt es der hauptsächliche Grund für dieses Fahrrad-Fiasko. Hinzukommt der Fakt, oder es ist sogar der hauptsächliche Aspekt, dass dieses Saarland wegen seiner geologischen Besonderheiten sehr bergig ist und daher für den konventionellen Rad-Alltagsbetrieb schon aus Gründen der Bequemlichkeit oder des „inneren Schweinehundes“ unergiebig ist.

Wir fahren wissenschaftlichen Erkenntnissen zuliebe Rad (Elektrorad), etwa in unsrer Pedelecgruppe HI-HerzbikeSaar. Aber wir tun das auch im Sinne einer sinnvollen Freizeitgestaltung, umweltschonend und gesundheitsfördernd. Doch obwohl diese Radnutzung gerade bei uns Älteren zunimmt und immer beliebter wird, hat das nichts mit dem so genannten beruflichen Alltagsradeln zu tun. Hier fehlen die tatsächlichen Anreize, abgesehen davon, dass Radfahren immer auch saisonal bestimmt ist – im Sommer fahren und im Winter aufbocken.

Da helfen „Radgipfel“, selbst wenn der ADFC dabei ist, wenig, denn der kommunale Radwegeausbau, so wichtig er ist, bedeutet eben nur einen Aspekt, der die Grundbedingungen und das Fahrverhalten nicht ändert. Und so etwas kostet, und wenn der Staatssekretär offen bekennt, dass weiter Mittel als die bekannten 100 Mio für 2020 nicht fließen werden (armes Saarland), ist eigentlich alles gesagt. Und wenn dann in der ADFC-Wunschliste noch der absolut richtige Wunsch auftaucht, man möge Parkplätze in Radwege umbauen – man spricht von der heiligen Kuh – ist bereits klar, dass aus alledem nichts werden kann – nichts als eine weitere Serie von (begrüßenswerten) Absichtserklärungen, wie wir sie leider immer wieder von unsern Politikern hören müssen.

Die Alternative:
Allerdings gibt es eine. Und die heißt Elektrofahrrad. Es unterläuft die Geologie, schont wie gesagt die Umwelt und ist gesundheitsfördernd.
Warum setzt man nicht auf diese bei uns Älteren bereits fast selbstverständliche Modalität? Sicher, sie sind teuer, diese Geräte und manche kosten fast 8000 €, sowas muss aber nicht sein.

Wie wäre es, wenn man das Gerät finanziell ausreichend fördern (z.B. als Dienstfahrrad), genügend Ladestationen und Stellplätze installieren und es zum Standard des Berufsfahrens erklären würde?

Es wäre fast „die Lösung“!