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Mit den Rädern zur Arbeit

gh-radIch bin ja Rentner. Aber ich diskutiere gern auch mit und für die Berufstätigen und die Jüngeren. So verstehe ich nicht, warum man nicht schon längst die Pedelecs als Instrument für dieses Alltagsradeln entdeckt hat. Gut – das Image dieser Räder ist das des gemütlichen Rentnervehikels, mit dem wir Pensionäre durch die Gegend schaukeln, auch zum Ärger der athletischen und vor allem jüngeren Muskelmänner. Die ärgern sich besonders dann, auch lautstark, wenn wir Senioren und eigentlich Unfähige, an den Steigungen dann doch an ihnen vorbeiziehen. Dann schimpfen sie und möchten uns zurück an die Glotze schicken. da gehören wir doch hin, oder?.

Und doch – es gibt einen anderen Standpunkt. Oder Fahrpunkt.
Ich spreche von einem Bundesland, in dem der Fahrradanteil an den Berufsfahrern bei unter 15% liegt – in Münster liegt er bei 35% oder mehr. Das liegt an unserer hügeligen und steigungsreichen Geografie des Landes und hindert manchen Muskelmann dann doch, das Rad mal nicht nur als Freizeitgerät zu nutzen. Kann man irgendwie verstehen. Das Auto ist da eine fast unerreichbare Alternative. Übrigens richtig wetterfest und wohnzimmermäßig mit Internetanschluss und whatsapp-fähig. Unfälle durch Simsen interessieren da weniger.
Und davon (von den Autos!) besitzen die Bewohner dieses Bundeslandes, das sich selber als das „schönste“ bezeichnet, jede Menge, mehr als jedes andere Bundesland. Da kann man, da sollte man was machen!

Und da kommt nun dieses Rentnerding, dies verrückte Pedelec ins Spiel, in ein Spiel, das plötzlich sogar Politiker mitspielen. Es gbt einen Radwegeplan, auf dem Papier, wählertauglich, kostet zwar was, aber planen und öffentlich sich äußern, das costa nix.
Man könnte aber doch was tun: man könnte zunächst modellhaft – nennt man Projekt – an einer speziellen Stelle eine Mietstation für Pedelecs einrichten. Ich habe solche schon in anderen Ländern , z.B. Italien, gesehen. Wäre nun ein großer Parkplatz in der Nähe, könnte man dort die Benzinkutschen parken, sie am CO2-, Feinstaub-, Stickoxid-Ausstoss hindern (ist ja sowieso hoch genug), und auf das E-Ross umsteigen. Es käme nun nur auf eine kostengünstige Lösung und ein gutes Marketing an. Politiker könnten damit vielleicht auf Wählerfang gehen… Nur aufpassen, dass man die mächtige Autolobby dabei nicht vergrämt, die sich mit dem E-Auto ja recht schwer tut.

Das wäre vor allem aber  ein toller Beitrag zu allen möglichen Daseinsvorsorgen. Die Umwelt wäre wieder ein Stück sauberer, besonders wenn man die Kohleschleudern auch noch still legt. Aber das ist ein anderes Thema.