Kommt sie, die Verkehrswende?

Heute war in den Medien zu lesen, dass man den gemeinen Saarländer „von seinem geliebten Auto“ abbringen will. Dies wollen ADFC, VCD, NABU und der BUND. Vergeblich, aber doch verständlich: man liest dies nicht vom ADAC. Man weist bei den Verbänden darauf hin, dass es im Autoland Saarland darauf ankommt, grundsätzlich das Problem anzugehen: Nötig seien mehr Rad- und Fußverkehr, ein Schienennetz mit neuen Direktverbindungen, neue Tarife für Busse und Bahnen sowie ein Mobilitätsgesetz nach dem Vorbild von Berlin.

Das Verkehrsministerium des Saarlands nun weist seinerseits darauf hin,das man schon viel getan habe, z.B. das Radwegenetz verbessert habe. Weiter führt es aus: „Den Verbänden müsse bewusst sein, dass man nicht über Nacht die Dominanz des Autoverkehrs brechen könne. Noch in diesem Jahr würden sich Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten Barrierefreiheit, ländlicher Raum, grenzüberschreitender Verkehr und Digitalisierung befassen. Auch die Lücken im Radwegenetz habe man längst in Angriff genommen.“

Es wurde aber auch Zeit, sich des Thema einer Verkehrswende anzunehmen. Allein die vom Ministerium genannten Schwerpunkte, wie etwa Digitalisierung oder „ländlicher Raum“ treffen die Forderungen der Verbände nicht. Und die Lücken im Radwegenetz – sie sind bisher nur halbherzig angenommen. So bleibt zu hoffen, dass weitere prakische Umsetzungen nun erfolgen, doch man muss nicht meine, dass nur die Appelle dieser Verbände bereits nützlich sind. Weg vom Auto? im Saarland? Dass ich nicht nicht lache. Der Saarländer liebt sein Auto über alles; das Bundesland besitzt die höchste PKW-Rate pro Einwohner und das dichteste Autobahnnetz der ganzen Republik. Demgegenüber steht die geringe Nutzung des ÖPNV und des Fahrrades im Bundesvergleich. 

Abhilfe könnte hier nur die Schaffung von geschützten Radwegen, die Tarifanpassung des ÖPNV und dessen Taktung auf dem Lande, sowie die Pendler-Ausstattung mit geleasten oder gestellten Pedelecs.