Ramsauer, der Radwegeplaner

Minister Ramsauer, der auf gut bayrisch oft mal eine Ramsau durchs Dorf treibt, hat einen Nationalen Radwegeplan angeregt.

Das würde bedeuten, so sagte er, dass mindestens 20% der Verkehrsteilnehmer aufs Fahrrad steigen würden, wenn eben diese Radwege vorhanden wären. Gut so, und als Mann der Praxis (!) sage ich: das läuft nicht. Warum? Weil das eine Menge Geld kosten würde. Was die Kommunen, und um die ginge es ja, nicht haben. Also eine ministerielle Luftblase, wie so vieles , was Minister so von sich geben.

Im Saarland ist es so, dass man nicht ganz unzufrieden sein kann: es gibt sie, die Radwege, z.B. der von mir seit Pedelecbeginn (und auch vorher) benutzte Saar-Radweg. Landschaftlich abwechslungsreich, manchmal auch schön, und man kommt sicher von A nach B. Die Anfahrt aber, durch VK oder so, da ist es schon wieder was anderes. Da muss man auf den stark autobewehrten Strassen fahren, und die Autofahrer (also auch ich…) lassen einem kaum Raum, öffnen die Fahrertür, sind gefährliche Rechtsabbieger und parken auf den (seltenen) städtischen Radwegen.
Nun gut. Deshalb fahre ich ja auch, schön langsam und wortkommunikativ, auf dem Trottoir. Dieses ist eine Notlösung, zugegeben, aber eine machbare.
Im übrigen ist das sehr hügelige Saarland ja kein typisches Radfahrerland: es fahren hier die bundesweit meisten Autos und die Anzahl der Radfahrer, die über den Freizeitradler hinaus dieses Vehikel etwa zur Fahrt an den Arbeitsplatz benutzen, ist überschaubar. Das läßt sich eben nur ändern mit – mit was denn nur? Klar, mit dem Pedelec. So, da hastes.
Doch der Ramsi – der läßt ja nur Dampf ab. Denn er hat kein Geld, und die Kommunen, wie gesagt, sind auch klamm. Bevor sie teure Radwege bauen, richten sie sicher lieber umfragewirksame Kindergärten ein. Daher wird der gewünschte Effekt so sicher wie jenes Kirchenwort – ausbleiben.

Ein Gedanke zu „Ramsauer, der Radwegeplaner“

  1. Natürlich ist beim Ramsauerplan vor allem der Berufsradfahrer gemeint; der hat es in den hügeligen Gebieten etwa des Saarlandes schwer. Und bei Regen oder Kälte – wer steigt da schon gern massiv umhüllt und eher unbeweglich auf das Fahrrad, statt ins trockene und warme Auto? Also gibt's noch viel zu tun.

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